Wenn wir eine Zeit lang mit viel Energie, Druck und/oder auch Notwendigkeit auf der Überholspur unterwegs waren, dann erscheint es im ersten Moment vielleicht logisch, im nächsten Augenblick eine Vollbremsung hinzulegen. Wo wir uns dann bisweilen sogar ärgern, weil wir doch nun endlich ein paar Tage Zeit hätten, im Stopp zu verweilen, diese jedoch immer noch in hohem Tempo verbringen, sage ich dir heute: Alles andere wäre riskant! Für uns selbst und für das ganze „innere System“, denn der Körper, die Seele und das Nervensystem brauchen Zeit, um die Geschwindigkeit zu regulieren.
Vorausschauendes Fahren bedeutet nicht, alles abrupt zu stoppen, sondern rechtzeitig wahrzunehmen: „Ich war lange sehr schnell unterwegs; jetzt nähere ich mich einer Phase, in der es ruhiger werden darf.“ - und dann den Fuss langsam vom Gas zu nehmen. Dieses sanfte Abbremsen sorgt dafür, dass wir nicht ins Schleudern geraten, sondern der Übergang stabil bleibt. Manchmal ist es sogar gut, bewusst noch etwas Geschwindigkeit mitzunehmen, damit die Energie nicht in einem Loch verpufft, sondern sich organisch wandeln kann. Von einem Extrem ins andere zu kippen macht - wie so oft im Leben - wenig Sinn.
Auf der Strasse schaffen Umsicht, Weitblick und ein Gespür für das eigene Tempo zentrale Sicherheit. Genau das gilt auch für unsere inneren Bewegungen. Wir dürfen uns erlauben, die Dynamik allmählich zu verändern – nicht im Modus von „alles sofort richtig machen müssen“, sondern im Vertrauen, dass jeder kleine Gangwechsel uns näher zu einem gesunden Rhythmus bringt. Und so schalte ich nun Gang für Gang runter und verabschiede mich in meine Ferien bis 5. Oktober 🍁 Ich wünsche allseits eine gute "Fahrt".