Die meisten Menschen erleben ihr Leben nicht mehr, sondern sie erledigen es. Alles ist zu einer ToDo-Liste geworden, die abgearbeitet wird. Um heil zu sein folgen wir Trendbewegungen, welche es ebenso auf unsere ToDo-Liste schaffen, und greifen automatisch zu Meditation, Yoga, Journaling und täglichen Affirmationen. Dahinter steckt meistens vielmehr Flucht als Präsenz: ein Ausweichen von dem, was eigentlich gefühlt werden will, oder der subtile Druck besser funktionieren zu müssen. Die Anstrengung sich noch weiter zu optimieren, verdrängt die Erlaubnis nach Echtheit.
Heilung beginnt niemals dort, wo wir mehr leisten, sondern dort, wo wir uns sicher genug fühlen, weniger zu tun: in der Begegnung mit uns selbst und mit anderen. Dann finden unsere Herzen, was sie glücklich macht, und wir erinnern uns wieder, wofür wir gekommen sind: um zu (er)leben! Weniger zu tun ist also kein Mangel an Engagement, sondern das stille und kraftvolle Anerkennen unserer göttlichen Essenz. Lasst uns ein Miteinander kreieren, in dem wir uns gegenseitig daran erinnern, dass wir in all den Erledigungen immer auch Erlebnisse finden können. Lasst uns damit aufhören, uns durch unsere endlosen ToDo’s permanent davon abzulenken, dass wir längst heil sind; durch radikale Ehrlichkeit mit uns selbst.