Im letzten Beitrag habe ich über Heilung und Heilsein geschrieben - doch was bedeutet das überhaupt? Nun, in meinem Verständnis ist Heilung kein Zustand, den man erreicht, und auch kein Projekt, das man abschliesst. Es ist ein Wiederfinden. Ein Zurückkehren zu dem Teil in uns, der immer ganz war – auch dann, wenn unser Körper, unser Nervensystem oder unser Herz gerade laut nach Entlastung ruft.
Heilung bedeutet, dass etwas in uns aufhört, gegen sich selbst zu kämpfen. Dass ein innerer Widerstand sich löst, und wir wieder mit uns statt gegen uns sind. Sie geschieht oft nicht dadurch, dass etwas Neues hinzukommt, sondern dass etwas Altes abfällt: Druck, Schuld, Härte, Überforderung, Anpassung.
Es ist ein Sicherheitsgefühl, kein ToDo auf einer Optimierungsreise. Es ist das Aufatmen unseres Nervensystems, das Weichwerden unseres Körpers und das Wiedererinnern unseres Herzens. Es ist der Augenblick, in dem wir spüren, dass wir nicht kaputt - sondern unterwegs - sind. Heilung ist daher kein Endpunkt, sondern ein kontinuierliches Wiederverbinden. Ein leises, ehrliches Zurückkehren zu dem, was in uns unversehrt geblieben ist – und die Bereitschaft, von dort aus neue Wege zu gestalten. Immer und immer wieder.