Ostern

Ostern wird oft mit bunten Eiern, Frühlingsblumen und Schokolade verbunden, doch seine eigentliche Botschaft ist viel tiefer: Sie handelt von Wandlung und vom Neuanfang in jedem Ende. 


Wir alle kennen diese inneren Karfreitage. Zeiten, in denen etwas zerbricht. Eine Beziehung, ein Lebensentwurf, ein Bild von uns selbst. Momente, in denen wir spüren, dass das Alte nicht mehr trägt, und das Neue noch keinen Namen hat. Diese Übergänge fühlen sich selten wie Hoffnung an, sondern viel eher wie Verlust und Orientierungslosigkeit. Doch genau dort beginnt oft der eigentliche Prozess der Wandlung. 


Wie C.G. Jung es zu sagen vermochte, werden wir nicht dadurch erleuchtet, dass wir uns Lichtgestalten vorstellen, sondern durch Bewusstmachung der Dunkelheit; dort, wo etwas endet, ohne dass wir sofort wissen, was daraus entstehen wird. Ostern erinnert uns daran, dass diese Zwischenräume keine Fehler sind, sondern Teil des Weges. 


Die Natur zeigt uns in jener Zeit jedes Jahr aufs Neue, dass der Boden aufbrechen muss, bevor etwas wachsen kann. Die Knospe muss ihre alte Form sprengen, damit eine Blüte entstehen kann. Und auch wir tragen diese Fähigkeit zur Erneuerung in uns in Form eines neuen Gedankens, eines sanfteren Mitgefühls, sowie der Bereitschaft, etwas loszulassen, das zu eng geworden ist. Ich glaube, das ist die eigentliche Osterbotschaft. 


Auf(er)stehen bedeutet nicht, nie gefallen zu sein, sondern den Mut zu finden, dem Leben wieder zu begegnen - auch und besonders dann, wenn etwas zu Ende gegangen ist. In diesem Sinne wünsche ich von Herzen frohe Ostern und kraftvolle Räume, in denen Neues wachsen darf - gerne reiche ich dir dazu meine Hand.

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