An meinem freien Tag am 29. April bin ich um 03:30 Uhr aufgewacht. In der Stille der Nacht war es so laut in meinem Kopf, dass ich keine Ruhe mehr fand. Das kommt bei mir sehr selten vor, und nur dann, wenn mich etwas tief umtreibt. Jeglicher Versuch, zurück in den Schlaf zu finden, scheiterte. Also beschloss ich, mich mir aktiv zuzuwenden und bat um Antworten auf alles Ungelöste in mir. Kurz darauf purzelten sie in meinen Schoss.
Anfangs des Jahres schrieb ich hier darüber, dass ich dem Leben im 2026 mit mehr Leichtigkeit begegnen möchte. Einige Tage später forderte es mich stark heraus, und hinterliess Spuren, die mich bis heute belasten. Auch ich verfiel in jener Phase meiner Menschlichkeit, und versuchte etwas in mir zu beruhigen, das keinen schnellen Trost fand. Ich habe funktioniert statt zu fühlen -und versucht, innere Schwere mit äusserem Mehr zu überdecken; mit Dingen, mit Ablenkung und Beschäftigung, mit Kontrolle.
Schwere verschwindet nicht, nur weil man sie überlagert. Vielleicht wird sie leiser für einen Moment - aber sie bleibt. Sie sitzt zwischen den Zeilen des Alltags, in übervollen Schränken, in ungeklärten Gedanken, im leisen Druck auf der Brust, den man irgendwann nicht mehr ignorieren kann. An jenem Morgen begann ich mit einem allumfassenden Frühlingsputz leichter zu werden. Es war kein radikaler Umbruch und kein lauter Neuanfang, vielmehr war es ein stilles Ausatmen bei geöffneten Fenstern.
Wenn wir klären, was uns umgibt, können wir wieder klarer spüren, was in uns ist. Mit allem was geht, entsteht Raum; nicht nur in unserem Zuhause, sondern auch in uns. Von Zeit zu Zeit empfiehlt es sich, loszulassen, was wir zu lange getragen haben. Entlastung geschieht durch aktive Selbstfürsorge. Es ist selten ein einzelner Moment, sondern viel eher ein Prozess, welcher mit dem Entscheid für mehr Luft und mehr Raum beginnt.
Möchtest auch du deinen Frühlingsputz starten? Gerne reiche ich dir meine Hand.