Ich dachte sehr lange, dass meine grösste Stärke darin besteht, alles tragen zu können; Verantwortung, Unsicherheit, Verlust, Sorgen, die Geschichten anderer Menschen. Es ist für mich normal, trotz allem immer zu funktionieren, zu verstehen, zu reflektieren und weiterzugehen - und dafür bin ich sehr dankbar. Irgendwann wurde mir jedoch bewusst, dass wahre Stärke vermutlich nicht darin besteht, unverwundbar zu werden, sondern vielmehr darin, berührbar zu bleiben.
Das Leben hat mich mit Abschieden konfrontiert, mit Ohnmacht, mit Enttäuschungen und mit Momenten, in denen ich nicht mehr wusste, wie es weitergehen soll. Trotzdem habe ich etwas in mir bewahrt: meinen Glauben an (All)Verbundenheit, an Heilung und an die leisen Wunder des Lebens. Mein Vertrauen wurde erschüttert, aber nicht zerstört. Ich habe gelernt, alles zu fühlen und zu halten.
Heute glaube ich, dass meine grösste Stärke nicht darin liegt, alles tragen zu können - sondern darin, mein Herz offen zu halten und mich vom Leben berühren zu lassen, ohne daran zu verhärten. Welches ist deine grösste Stärke?