In Memoriam - von Glaube und Liebe

Du bist überall, wo wir sind. Talkessel Schwyz im August 2017.
Du bist überall, wo wir sind. Talkessel Schwyz im August 2017.

Es ist etwas, wovor alle Menschen irgendwie Angst haben. Angst, weil wir nicht wirklich wissen, was dann mit uns passiert. Weil es loslassen bedeutet und weil wir es nicht kontrollieren können. Und doch ist es das Einzige im Leben, was wirklich sicher ist. Vor vielem können wir in unserem Leben davonlaufen, nicht aber vor dem Tod. Ihm müssen wir uns früher oder später stellen. 

 

Als mein «Grossdäddy» heute vor 5 Jahren in meinem Beisein seinen letzten Atemzug nahm, wurde meine Welt tief erschüttert. Der Schmerz war unendlich über diesen grossen menschlichen Verlust. Während der Zeit seines Abschieds habe ich gelernt, dass Liebe auch Loslassen bedeutet. Wissen, wann es Abschied nehmen heisst, und nicht zuzulassen, dass unsere Gefühle dem im Wege stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben. Irgendwann sind aus den schmerzenden Wunden Narben entstanden, die es heute ermöglichen, mit einem Lächeln an ihn zu denken und dankbar zu sein, dass er aus seinem Körper erlöst wurde. Er fehlt mir noch immer jeden Tag und die Lücke, die er hinterlassen hat, bleibt für immer leer. So vieles würde ich ihm gerne erzählen und mich an seinen Reaktionen erfreuen. So vieles hätte ich gerne noch von ihm gelernt, diesem Mann mit so viel Erfahrung, Lebensfreude und unendlicher Liebe. Aber ich weiss jetzt, dass er sein Versprechen gehalten hat, mich niemals wirklich zu verlassen. Nun, er ist zwar nicht mehr da, wo er mal war, aber er ist jetzt überall, wo ich bin. Er hat mir, durch die Begleitung auf seinem letzten Weg und der Zeit danach, meinen Glauben zurückgegeben. Dafür und für so viel mehr bin ich ihm in tiefer Liebe ewig dankbar. 

 

Mein Glaube entspringt meiner Überzeugung, dass es viel mehr gibt als das, was wir auf den ersten Blick mit unserem Verstand wahrnehmen. Ich empfinde den Tod nicht mehr als endgültig im eigentlichen Sinne. Meiner Auffassung nach beginnt unser menschliches Leben mit der Geburt in unseren Körper und endet mit dem Verlassen unseres Körpers. Somit ist unsere Zeit irgendwie begrenzt und man könnte meinen, es sei also doch etwas Endgültiges. Ich persönlich glaube jedoch ganz stark an die Seele als unsere Essenz des Seins, welche keine Zeit kennt. Lediglich unsere Anwesenheitszeit in eben diesem Körper hier auf der Erde ist begrenzt. Unsere Seele existiert bereits vor der Geburt und über den Tod hinaus. Sie verlässt beim Sterben unseren Körper und kehrt nach Hause zurück, mit einem Rucksack voller Erfahrungen aus dem, was wir Leben nennen. So glaube ich schliesslich, dass wir, wenn wir sterben, lediglich «den Raum» wechseln. Weiter glaube ich auch an die Macht der Liebe. Wenn zwei Menschen  auf emotionaler Basis tief miteinander verbunden sind, können sie sich nicht verlieren - auch nicht durch den Tod. Liebe ist ein starkes Gefühl und Gefühle entspringen unserem Innersten. Liebe ist in unserer Seele Zuhause und somit unsterblich.

 

Wenn jemand stirbt, den wir lieben, verändert sich alles. Plötzlich und für immer. Es schmerzt, es zerstört Welten. Und doch bleibt das Wichtigste gleich - das Band der Liebe. Es bleibt für immer bestehen, verliert nie an Intensität.

 

...und so hab ich dich sicher in meiner Seele. Wohin ich auch gehe, ich trag dich bei mir. In ewiger Liebe und Verbundenheit in Gedenken an meinen geliebten «Grossdäddy» 🦋 din Rötsch.

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