Zeit zum Innehalten

Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog Zeit zum Innehalten
Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog Zeit zum Innehalten

Manchmal wollen wir viel zu viel in viel zu kurzer Zeit. Wir befinden uns oft in einem Funktionsmodus, was in unserer heutigen Gesellschaft manchmal ganz nützlich ist. Nach Erreichen einer Hürde, geht es jedoch meistens nur um das Innehalten. Den kurzen Moment der Stille zwischen dem Ein- und Ausatmen. Um das liebevolle Zurückblicken auf den gemeisterten Weg, genauso wie um das bewusste Geniessen des Panoramas, das sich uns jetzt dadurch bietet. Vielleicht tut sich nach der ganzen Anstrengung der letzten Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren in diesem Innehalten plötzlich eine Leere auf; eine Erschöpfung und Zerbrochenheit, die irgendwie schmerzt. 

 

Verständlicherweise kommen wir in Versuchung, diese Leere mit weiteren Aktivitäten zu umgehen. Was jedoch absolut heilsam wäre - denn die Leere kommt wieder - ist die Hingabe gegenüber dem, was sich zeigen will. Ohne Furcht; es will nämlich nichts Böses, ganz im Gegenteil. Wenn wir es an die Oberfläche treten lassen, erinnert es uns an das, was wirklich zählt im Leben. Wenn man dieser Leere Raum gibt, sie annimmt ohne über sie zu werten oder sie verändern zu wollen, kann man sie durch dieses bewusste Seinlassen mit dem nächsten Ausatmen wieder loslassen.

 

Und so liegt am Ende eben gerade in dieser Zerbrochenheit die Kraft. Die ohnehin vorhandene Leere darf sich neu füllen. Mit Dingen aber, die unsere Seele wirklich nähren. Die Wahrheit ist, dass wir niemals wirklich leer sind. In solchen Momenten des Innehaltens dürfen wir ganz im Gegenteil erfahren, dass der beste Plan ausnahmslos immer aus unserem eigenen Inneren kommt. Und ganz egal wie sehr es gerade schmerzt; es geht vorbei. Es ist nur ein Gefühl, und Gefühle sind immer vorübergehend - so wie letztlich alles auf dieser Welt. Es wird seine Richtung ändern, so wie auch der Atem mit jedem Ein- und Ausatmen seine Richtung ändert.

 

Lasst uns Mut haben zum Innehalten, um so in die wahre Begegnung mit uns selbst zu kommen. Auf diese Weise dürfen wir alle transparent werden für das Licht, das immer scheint. Denn dieses Licht wohnt in jedem Einzelnen von uns inne.


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