Das Alles und das Nichts

Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog Das Alles und das Nichts
Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog Das Alles und das Nichts

Plötzlich musste ich um das Leben meiner vierjährigen Katze fürchten. Wenn es meinen Liebsten nicht gut geht, und da gehören meine Tiere klar mit dazu, nützt all mein Wissen im Umgang mit Ängsten und schwierigen Situationen nichts. Rasch gelange ich in einen Teufelskreis, in dem ich es kaum aushalte. Aus ihm auszubrechen erscheint mir noch viel mühseliger als mich in ihm zu drehen. Und ich drehe mich soweit, bis ich mich irgendwann inmitten von Nichts befinde. Dieser Zustand löst enorme Ängste aus, denn hier treten diese eiskalten «was wäre wenn Fragen» an die Oberfläche. Natürlich könnte es sein, dass alles gut kommt. Genau so gut könnte es aber auch sein, dass es nicht gut kommt. Sich dem zu stellen tut unendlich weh, in diesen Fragen liegt aber auch immer eine Chance, denn in diesem Nichts zeigt sich alles. Wenn wir inmitten von Nichts das Alles erkennen, gelingt es uns, den Teufelskreis zu verlassen. Das Leben verläuft nunmal nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Wir sind endlich, genau so wie alle, die wir lieben. Wir sind das Alles und das Nichts.

 

Fernab von wirklichen Sorgen leben wir viel zu oft und viel zu sehr im Morgen und Übermorgen. Wir arbeiten auf das vermeintlich grosse Glück hin und verpassen jetzt glücklich zu sein. Wir lassen uns von unseren Ängsten zersplittern und verpassen auf uns zu vertrauen. Wir wollen etwas werden und verpassen einfach zu sein. Manchmal sind die Flügelschläge des Lebens vielleicht einfach dazu da, um uns wachzurütteln. Diesmal ist alles gut gekommen. Einmal mehr wurde mir während dieser Zeit jedoch bewusst, dass ein Wimpernschlag alles verändern könnte. Alles. Und das wird er irgendwann, und immer mal wieder. Keiner weiss wann, und das ist auch gut so. Die einzig wichtige Zeit ist JETZT. Vielleicht sollten wir generell weniger Zeit damit verbringen, auf Irgendwann und Irgendwas zu hoffen, und mehr Zeit damit, das Jetzt möglichst wundervoll zu machen und es mit jeder Faser unseres Seins zu (er)leben. Dankbar zu sein für alles was ist, und gleichzeitig dem Leben mit diesem Bewusstsein tagtäglich unsere Demut zu erweisen, und uns in Gottvertrauen zu üben. Dominus providebit. Ich bin dabei, bist du dabei? 

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