1. Advent: es werde Licht

Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog 1. Advent: es werde Licht
Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog 1. Advent: es werde Licht

Stell dir vor, du befindest dich in einem hell durchleuchteten Raum und möchtest es dunkel haben. Im Raum gibt es nur dich und eine Schachtel, sonst nichts. Wenn du es nun dunkel haben möchtest, musst du dir in diesem Raum einen neuen Raum erschaffen. Du beschliesst, dich in diese Schachtel zu setzen und den Deckel zu verschliessen. Nun empfindest du es als dunkel. Die Schachtel dient dir dazu, dich vom Licht abzuspalten, du sitzt aber mit dieser Schachtel immer noch im Licht. Eine falsche Bewegung in deinem eng erschaffenen Raum, und der Deckel könnte auffliegen oder es könnten Löcher entstehen; dann würde das Licht zu dir durchdringen. Um die Dunkelheit zu erhalten, brauchst du also Energie. Illusionen aufrecht zu erhalten erfordert immer Energie. Es ist anstrengend Mauern um sich zu bauen, Masken zu tragen, sich selbst, andere Menschen und das Leben zu verurteilen, sich zu verschliessen, oder vor etwas wegzulaufen. Alle Menschen erschaffen sich hin und wieder ein solches Konstrukt. Erkennst du dich gerade darin wieder?

 

Werde dir jetzt bewusst: es ist DEINE Entscheidung, die dich im Dunkeln sitzen lässt. Vielleicht hast du, während du da im Dunkeln sitzt, vergessen, dass auch du aus dem Licht kommst und wie leicht und frei es sich im Licht leben lässt. Du hast vermutlich vergessen, dass du diesen Raum – aus was für Gründen auch immer – schlussendlich selbst erschaffen hast. Vielleicht fürchtest du dich vor dem Öffnen des Deckels, weil es im Licht wieder wehtun könnte. Vielleicht fühlst du dich verloren und von allen verlassen. Vielleicht erwartest du, dass jemand anderes den Deckel aufreisst, hältst aber so stark daran fest, dass niemand es wagt. Eventuell wünscht du dir sogar insgeheim, andere in deine Schachtel hineinzuziehen, um ein bisschen Sicherheit für dich zu schaffen. Und vielleicht wunderst du dich dann, dass niemand mit dir in dieser Schachtel verharren möchte. Du hast offensichtlich das Bewusstsein über die Verantwortung für dein eigenes Handeln verloren. Glücklicherweise liegt es in deinen Händen, wann du dieses wieder übernehmen möchtest. Wie wäre es mit JETZT? Anstatt dich mehr und mehr in deine selbst erschaffene Dunkelheit zurückzuziehen, empfehle ich dir von der lichtvollen Energie, welche die Adventszeit mit sich bringt, zu profitieren. Lege deinen Fokus dazu ganz einfach auf all das Positive ausserhalb deiner Schachtel, und nicht darauf, was dir in deinem eng erschaffenen Raum fehlt. 

 

Liebe Lesende die sich bereits im Licht befinden: tragt euer Licht hinaus in die Welt und seid so ein Wegweiser für all diejenigen, welche (noch) in der Dunkelheit verharren. Die Adventszeit ist die Zeit der Liebe. Gerne entzünde ich hier jeden Adventssonntag ein Licht geprägt von Werten, die wirklich wichtig sind. Wir neigen dazu, diese in einer Welt von absolutem Sicherheitsstreben, Materialismus, Leistungsdruck, u.ä. zu vernachlässigen, was zu immer mehr Unzufriedenheit führt. Aus diesen Werten entspringt jedoch das Licht, weshalb ich als wichtig empfinde, sich ihnen gerade jetzt bewusst zu werden und sie zu pflegen. Um es mit den Worten aus dem neuen Lady Gaga Song «Shallow» zu sagen: Are you happy in this modern world, or do you need more? Is there something else you're searching for? Yes, I do. Du auch? Dann freue ich mich, dich hier durch die Adventszeit begleiten zu dürfen.

 

P.S.: Gerne reiche ich all jenen persönlich die Hand, welche schon etwas länger in einer Schachtel verharren, und diese nicht mehr ganz so einfach verlassen können. Gemeinsam lassen wir schrittweise Licht durchdringen, bis schliesslich die Bereitschaft entsteht, die Schachtel, die mit so unglaublich viel Energie zusammengehalten wird, aufzugeben. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0