Neuanfang im Ende

Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog Neuanfang im Ende
Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog Neuanfang im Ende

Alle Jahre wieder höre ich in diesen letzten Kalenderwochen, dass viele Menschen froh sind, dass es demnächst vorbei ist. Jedesmal muss ich insgeheim schmunzeln, klingt es doch so, als ob sie davon ausgehen, dass sie mit Beginn des neuen Jahres als Trostpreis für das missratene Alte eine Garantie erhalten, dass nach Mitternacht dieses 31. Dezember schlagartig alles besser wird und bleibt. Natürlich verstehe ich den Wunsch nach Besserung, und klar, das Jahr 2018 verpasste uns allen die eine oder andere Ohrfeige. Manchen gewiss etwas härter als anderen. Wahrhaftig, die Welt ist nach diesem Jahr nicht mehr dieselbe. Genauso wenig wie wir. Das ist ein Gesetz der Natur, denn die Welt dreht sich unwillkürlich, niemals steht sie still, und wir drehen uns mit ihr. Nun, in Tat und Wahrheit verändert ein Jahreswechsel an sich rein gar nichts, und das Leben schuldet uns niemals eine Garantie. Es bringt also nichts, über Altes zu schimpfen, und die ganze Hoffnung in Neues zu stecken. Gute Vorsätze scheitern, wenn sie auf einem instabilen Fundament gegründet werden. Gerne verrate ich in meinem letzten Blogbeitrag 2018 wie vorerst ein stabiles Fundament gelegt werden kann, damit Veränderungen im kommenden Jahr tatsächlich gelingen können.

 

Aktuell befinden wir uns in einem «Dazwischen». Das Alte ist unwiderruflich vorbei, das Neue noch nicht geschaffen. Zwangsläufig entsteht ein vermeintliches Nichts. Hier wird die Endgültigkeit stark ins Bewusstsein gerufen, was durchaus Ängste auszulösen vermag. Emotionen verschaffen sich in dieser Übergangsphase ihren Raum. Alles, was uns in diesem Jahr nahegegangen ist, kann nochmals sehr lebendig werden. Viele berichten von intensiven Träumen, die sie nachhaltig beschäftigen. Was auch immer sich zeigt; hab keine Angst, denn in diesem vermeintlichen Nichts befindet sich auch das Alles. Unser Unterbewusstsein versucht uns jetzt wachzurütteln, animiert zum Verarbeiten und enthüllt das Wesentliche. Ich bin überzeugt, dass unsere Hochsensibilität in diesen Jahresendtagen nicht nur auf das Bewusstwerden über die Vergänglichkeit zurückzuführen ist, sondern insbesondere auch auf die extrem hochschwingenden Energien jener Zeit, auch bekannt als «Rauhnächte». Ich persönlich nutze sie dahingehend, als dass ich das zu Ende gehende Jahr ganz bewusst Revue passieren lasse, und mich dabei emotionalen Höhen und Tiefen hingebe. Im Guten lasse ich los, was mein Festhalten nicht (mehr) einfordert. Bin dankbar für alles, was mir erhalten blieb und ich dazugewonnen habe. Reflektiere über persönliche Erfolge und Misserfolge. Klopfe mir auf die Schultern und verzeihe - mir selbst und allen und allem was mich verletzt hat. Halte fest, was ich weshalb verändern will, wie ich das schaffe, und worauf ich meinen Fokus vermehrt legen möchte. Das Ausräuchern meiner Wohnung rundet meine Heil- und Reinigungsrituale ab. Mir tut jene achtsame Präsenz in diesem Dazwischen gut, sie erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit und Demut. Achtsamkeit bedeutet, sich darüber bewusst zu werden, was gerade geschieht, ohne sich zu wünschen, dass es anders wäre. Angenehme Erfahrungen zu geniessen, ohne an ihnen festzuklammern, wenn sie vorübergehen - was sie zwangsläufig tun - und unangenehme Erfahrungen zuzulassen, ohne Angst zu haben, sie würden nie enden - was sie jedoch tun. Ist das nicht in jeglicher Hinsicht beruhigend?

 

Möchtest auch du diese energiegeladene Zeit für eine vertiefte Reflexion nutzen? Wenn du dir diese fundamentalen Fragen stellst, erhältst du als Antwort «Vorsätze», die tatsächlich umsetzbar sind. Das Motto lautet: zuerst aufräumen, dann aufbauen. Und vergiss nicht, über was ich schon oft geschrieben habe; loslassen bedeutet meistens einfach sein-lassen, also in aller Liebe anzunehmen was ist, und was eben nicht (mehr) ist. Dadurch schaffen wir Raum für Neues und haben beide Hände frei, es liebevoll zu umarmen. Und dann purzeln nach und nach die Wunder in unseren Schoss, eines nach dem anderen. In diesen frei gewordenen Raum, diesen entrümpelten Seelendachboden, durch dessen Fenster Sonne fällt. So liegen wir dann auf diesem warmen Holzboden und denken: so darf es sein, so soll es bleiben. Und dann beginnen wir vielleicht zu realisieren, dass es immer ein Bleiben im Gehen gibt, ein Gewinnen im Verlieren, und ein Neuanfang im Ende. Auch ohne Kalender. Es steht und fällt ausnahmslos immer einzig und allein mit uns selbst. DAS ist der Schlüssel zur Veränderung. In diesem Sinne wünsche ich von Herzen ein liebevolles Loslassen, ein achtsames Dazwischen, und ein wundervolles Neues. Danke für dein Sein und deine Präsenz auf meinem Blog im Jahr 2018. Schön, dass es dich gibt!

 

Von Herz zu Herz 💞

eure Sara

dipl. Psychosoziale Beraterin / Coach

in Brunnen SZ 

079 133 67 77

beratung@saravercellone.ch 

 

 

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