Das Leben in seiner Ganzheit

Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog Das Leben in seiner Ganzheit
Ganzheitliche Psychosoziale Beratung Sara Vercellone - Blog Das Leben in seiner Ganzheit

Es gibt diese Tage, an denen wir aufwachen und feststellen, dass wir eine Missstimmung in uns tragen. Es ist, als hätte uns dieses Gefühl über Nacht eingeholt, als hätte es nur darauf gewartet, bis wir aufwachen, und es uns überrollen kann. Falls möglich, versuchen wir es nochmals wegzuschlafen, oder lenken uns ab, um es möglichst nicht empfinden zu müssen. Gerade aber weil wir es unterdrücken, empfinden wir es als erdrückend. Wie immer empfangen wir, was wir (dennoch) aussenden. Zwangsläufig begegnen uns diese Gefühle im Laufe des Tages also immer wieder.

 

Warum nicht auch jenen Gefühlen einfach mal Raum geben? Das Leben hat nicht den Anspruch, dass wir es immer schön haben. Es will, dass wir leben, und zwar ganz. Mit allen Facetten, Farben, Tönen, Hochs und Tiefs. Dann sind wir halt einfach mal traurig, wütend, lustlos, oder was auch immer. Und wir müssen noch nicht mal verstehen oder begründen weshalb. Es ist nicht verwerflich so zu empfinden, auch wenn es scheinbar keinen nennenswerten Grund dafür gibt. Verheerend wird es einzig, wenn wir Missstimmungen wiederkehrend zu unterdrücken versuchen. Denn dann lassen wir nichts als Verwüstung in uns zurück und brauchen irgendwann ein viel grösseres Ventil, um ihnen den geforderten Raum zu gewähren. 

Es ist mehr als okay, den Kopf einfach mal hängen zu lassen, und uns voll uns ganz dem Teil in uns hinzugeben, der uns erschwert. Wenn wir auch dadurch die Schönheit der Welt nicht zu sehen vermögen. Dadurch darf er allmählich schmelzen wie Schnee, der auf die Klarheit des Regens und die Wärme der Sonne trifft. Das erleichtert uns. Und dann öffnet sich das Tor der Dualität erneut; weit, ganz weit. Vor uns erstreckt sich die Schönheit der Welt in seiner vollen Grösse. Unendlich viel Licht fällt nach und nach auf unseren entrümpelten Seelendachboden. Erhobenen Hauptes atmen wir pure Klarheit in unsere Brust, fühlen in uns einen etwas weiteren Horizont und ein Stückchen mehr Liebe. Ja, auch das kann Missstimmung letztlich bewirken, wenn wir das Leben in seiner Ganzheit bejahen und umarmen. Alles ist immer für etwas gut.

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