Tun durch Nichtstun

Ganzheitliche Praxis Sara Vercellone Blog Tun durch Nichtstun
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Stell dir mal vor, du stehst vor einem riesigen Problemhaufen. Wie reagierst du? Spürst du den Drang in dir aufkommen, sofort etwas zu tun? Sämtliche Stolpersteine, und alles was dir Sorgen bereitet und dich stört, sofort zu beseitigen? Da bist du nicht alleine. Unsere Wahrheit lautet häufig «von nichts kommt nichts», weshalb wir oftmals enorm viel Energie und Zeit dafür aufwenden, alles in unserem Kopf tausendfach hin und her zu drehen, um den Punkt zu finden, an dem wir irgendwie agieren können. Wir rennen von Pontius zu Pilatus um etwas zu erreichen. Denn wenn wir etwas tun, und die Dinge in die Hand nehmen, haben wir das Gefühl, sie kontrollieren zu können.

 

Es gibt gewiss Situationen die schnelles Handeln und rasche Entscheidungen sowie ganz viel Tun erfordern. Genauso gibt es aber auch solche, bei denen wir gar nicht viel tun können, und uns besser darin täten, unsere Vorstellung von ganz bestimmten Resultaten und Ergebnissen zu verabschieden. Denn sehen wir genau hin: In Tat und Wahrheit rennen wir selten, um irgendetwas zu erreichen. Wir rennen vielmehr, so Osho, vor etwas davon. Oft vor uns selbst. Weil wir es nicht aushalten mit uns allein zu sein. Uns mit unseren Abgründen auseinanderzusetzen. Irgendwann gibt es aber nichts mehr, wofür wir rennen können. Und dann begegnen wir plötzlich niemand anderem als uns selbst. Denn egal wie schnell und wie weit wir rennen - vor uns selbst können wir nicht weglaufen, wir werden immer wieder eingeholt.

 

Tun durch Nichtstun lautet die Devise. Damit meine ich nicht, sich komplett «abzumelden», und gar nichts mehr zu tun, sondern einfach nur, die Anstrengung und den Kampf aufzugeben, und sich stattdessen in Achtsamkeit und Entspannung zu üben. Etwas Tempo rauszunehmen, und einen Gang runterzuschalten. Innezuhalten und sich zu zentrieren, anstatt immer auf alles und jeden sofort zu reagieren. Und an diesem Ort der Stille dem Alles im Nichts und sich selbst zu begegnen. Letztlich kommt es nämlich vielmehr auf die Haltung an, mit der wir Heilung und Wachstum begegnen, als auf das, was wir tun. Beides geschieht von alleine, wenn wir es wirklich wollen. Wenn wir den Mut aufbringen, uns selbst zu begegnen, unsere Ängste zu umarmen, und uns für das Vertrauen in die natürliche Ordnung zu entscheiden. Panta rhei; alles fliesst.

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