Geburtskanal

Ganzheitliche Praxis Sara Vercellone Blog Geburtskanal
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Wir durchleben eine aussergewöhnlich bewegte Zeit, von der wir - ausnahmslos alle - in irgendeiner Art und Weise betroffen sind. Ich empfinde es so, als befinden wir uns ein bisschen wie in einem Geburtskanal; in einer letzten Phase, von der ich noch immer daran glaube, dass danach etwas Gutes auf uns wartet. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass nichts auseinanderfällt, sondern dass es sich lediglich neu sortiert. Und dass jene Zeit uns fernab von Viren deutlich aufzeigt, wo wir Menschen wirklich kranken, und wie wir heilen, und die Welt wieder zu einem besseren Ort machen könnten. Auch, oder vielleicht gerade weil ich aber mittlerweile bezweifle, dass die breite Masse aufwacht, teile ich mit euch dazu die nachfolgende Unterhaltung eines ungeborenen Zwillingspärchen im Bauch der Mutter nach Henri J. M. Nouwen:
«Sag’ mal, glaubst Du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?»
fragt der eine Zwilling.
«Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden für das, was draußen kommen wird, vorbereitet»,
antwortet der andere Zwilling.
«Ich glaube, das ist Blödsinn!» sagt der erste.
«Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?»
«So ganz weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein.
Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?»
«So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee.
Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt.
Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.»
«Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.»
«Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der Geburt.
Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, Punktum.»
«Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird.
Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.»
«Mutter???? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?»
«Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!»
«Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.»
«Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören.
Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.»

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