
Manchmal ist es schwieriger, mit dem Leiden eines geliebten Angehörigen - oder Tieres - umzugehen, als mit dem eigenen. Das ist so ein Phänomen, das wir wahrscheinlich alle kennen, und zutiefst
menschlich ist, denn; Wer liebt, macht sich Sorgen. Bisweilen so sehr, dass unser Gedankenkarussell innert kürzester Zeit immer mehr Fahrgäste aufnimmt.
Unseren Liebsten dient es aber genauso wenig wie uns, wenn unserer innerer Kontrollmeister von unserem Kopfkino unterhalten wird, und sich in seinem Gesicht eine immer grösserwerdende Stirnfalte
ziert. Vielmehr hilft es, wenn wir barfuss mit Sonnenhut und einem Stück Hoffnung in der Hand bedingungslos neben ihnen sitzen. Vielleicht braucht es in solchen Momenten einfach die Erkenntnis,
dass wir die Welt nicht retten können und müssen - und dass wir lieben dürfen, ohne uns zu verlieren.
Egal wie schnell das Karussell im Kopf dreht, die Liebe hält das Tempo. Und wenn es uns zu wild wird, dürfen wir jederzeit aussteigen, und das Gedankenbillet einfach eine Weile zurück in unsere
Tasche stecken. Nicht jede Runde bringt Klarheit, manche bringt lediglich Bewegung. Und wenn das Herz davon müde wird, so sei dir gewiss: auch wenn sich immer alles unaufhörlich weiterdreht, es
findet stets wieder zur Mitte zurück - irgendwie und irgendwann. Das Leben verlangt keine Kontrolle. Nur Hingabe.